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Touch of Concern. Queere Mikropolitiken bei GayRomeo und Grindr

Cover_Männlichkeit_Reproduktion
Cover: Männlichkeit und Reproduktion

Cover: Männlichkeit und Reproduktion

Die auf dem Heinrichplatz in Berlin abgehaltene Performance „Wanna Play? Liebe in Zeiten von Grindr“ von Dries Verhoeven sorgte vor kurzem für viel Aufregung und wurde aufgrund der vielen kritischen Stimmen wie aber auch des Datenschutzmissbrauchs vorzeitig abgebrochen. Die im Auftrag des Hebbel am Ufer entwickelte Performance Verhoevens hatte im moralisierenden Versuch, die „Dramatik“ der Dating-Plattform Grindr zu thematisieren, Nutzer_innendaten „fremd-öffentlicht“.

Der Skandal der Fremdnutzung bereits veröffentlichter Daten, d.h. der Nutzung zugänglicher Daten und Kommunikationsverläufe in einer anderen und zwar Offline-Öffentlichkeit, war Ausgangspunkt auch meiner Auseinandersetzung mit Grindr und GayRomeo für den Band „Männlichkeit und Reproduktion“. Dabei beschäftigte mich weniger die Frage, worin der Skandal liegt, sondern inwiefern die empörte Reaktion auf die Fremdnutzung das Potential einer affektiven Sorge-Arbeit sichtbar werden lässt, die alles andere als unpolitisch oder bürgerlich-verkorkst ist. Während Verhoeven Grindr, mit der Implikation nur Sichtbarkeit sei politisch, ein Closeting vorwirft, habe ich versucht zu argumentieren, dass die Reklamation einer Privatheit inmitten von Öffentlichkeit Ausdruck einer Sorge ist, die nicht mehr nur für bürgerliche Miefigkeit steht, sondern politische Radikalität.

Über Anmerkungen, Kritik, Fragen in Reaktion auf meinen jüngst erschienenen Artikel an dieser Stelle hier freue ich mich.

 

Köppert, Katrin 2015. »Touch of Concern. Queere Mikropolitiken bei GayRomeo und Grindr«, in Männlichkeit und Reproduktion, hrsg. v. Heilmann, Andreas et al., S. 329–348. Springer Fachmedien Wiesbaden.

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