Im letzten Jahr waren wir im Rahmen der Gender-Kritik-Reihe 2009 - Interdisziplinäre Dispute um Körper, Geschlecht und Identifikation" eingeladen, zu dem Thema "Der junge Feminismus: Aktualisierung der Differenz?" einen Vortrag zu halten. Dieser Vortrag und (fast) alle weiteren der Gender-Kritik-Reihe sind jetzt in der Reihe 2009 "Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung. Die Beiträge Interdisziplinäre Dispute um Methoden der Geschlechterforschung" erschienen. Leider ist der Zusammenhang des von den Veranstalter_innen erwünschten Streitgesprächs in der Publikation nicht mehr nachvollziehbar - auch weil der Beitrag von Katrin Rönicke, auf den wir uns u.a. bezogen, nicht im Band enthalten ist.
Bestellt werden kann das Buch u.a. direkt beim Verlag Peter Lang.
Auch in diesem Jahr (Sommersemeter 2010) fand wieder eine spannende Gender-Kritik Reihe statt, in der Nachwuchsforscher_innen ihre Forschungsprojekte vorstellten.
Dienstag, 27. Juli 2010
Interdisziplinäres Kolloquium zur Geschlechterforschung - Leipziger Gender-Kritik-Band 2 erschienen
Geschrieben von queer-o-mat
in Buch, Wissenschaft
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Samstag, 5. Juni 2010
Gayatri Chakravorty Spivak in Berlin
kurz notiert
Prof. Gayatri Chakravorty Spivak, wirkungsmächtige Wissenschaftlerin postkolonialer Theorie ("Can the subaltern speak"), wird am 11. Juni eine Fragestunde von 15.30-16.30 am OSI (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft) geben.
Im Fokus dieser Veranstaltung steht die Signifikanz postkolonialer Theorie in der Wissenschaft.
Die Veranstaltung soll den Auftakt für die offiziell am 14. Juni anfangende "Woche der vakanten Professuren" bilden und auf die marginalisierte Stellung postkolonialer Theorie in dem Lehrangebot am OSI hinweisen.
Wann? 11. Juni 2010 - 15.30-16.30Uhr
Wo? OSI (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft) Raum wird noch bekannt gegeben
Prof. Gayatri Chakravorty Spivak, wirkungsmächtige Wissenschaftlerin postkolonialer Theorie ("Can the subaltern speak"), wird am 11. Juni eine Fragestunde von 15.30-16.30 am OSI (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft) geben.
Im Fokus dieser Veranstaltung steht die Signifikanz postkolonialer Theorie in der Wissenschaft.
Die Veranstaltung soll den Auftakt für die offiziell am 14. Juni anfangende "Woche der vakanten Professuren" bilden und auf die marginalisierte Stellung postkolonialer Theorie in dem Lehrangebot am OSI hinweisen.
Wann? 11. Juni 2010 - 15.30-16.30Uhr
Wo? OSI (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft) Raum wird noch bekannt gegeben
Geschrieben von queer-o-mat
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Donnerstag, 13. Mai 2010
LesMigraS-Studie zu Gewalt und Diskriminierung von LBT
LesMigraS-Studie zu Gewalt und Diskriminierung von LBT sucht Interviewpartner_innen und Postermodelle.
"Wer möchte schon gerne wählen zwischen einem dummen Spruch, der sich auf die Herkunft bezieht, oder einer sexistischen Anmache aufgrund des Geschlechts, zwischen einer Ohrfeige oder einer bloßstellenden Behandlung… Getreu unserem Motto: Identität kennt kein Entweder-Oder! werden wir in unserer Studie zu Gewalt und Diskriminierung von LBT nach den homophoben, sexistischen rassistischen und transphoben Erfahrungen, die lesbische, bisexuelle Frauen und Trans* in der Gesellschaft machen, fragen. Durch persönliche Interviews möchten wir verstärkt Trans* Menschen mit und ohne Migrationshintergrund/of Color/Schwarz in die Studie miteinbeziehen." weitere Infos.
Daneben möchte LesMigraS in einer deutschlandweiten Plakatkampagne mit dem Slogan "Identität kennt kein Entweder-Oder" darauf aufmerksam machen, dass lesbische, bisexuelle Frauen und Trans* oftmals Gewalt und Diskriminierung erfahren. weitere Infos.
Also wenn ihr euch angesprochen fühlt oder Lust habt euch fotografieren zu lassen, dann meldet euch bei Kampagne@lesmigras.de oder ruft einfach unter 030/21 91 50 90 an. Auf der Webseite von LesMigraS gibt es weitere Infos.
"Wer möchte schon gerne wählen zwischen einem dummen Spruch, der sich auf die Herkunft bezieht, oder einer sexistischen Anmache aufgrund des Geschlechts, zwischen einer Ohrfeige oder einer bloßstellenden Behandlung… Getreu unserem Motto: Identität kennt kein Entweder-Oder! werden wir in unserer Studie zu Gewalt und Diskriminierung von LBT nach den homophoben, sexistischen rassistischen und transphoben Erfahrungen, die lesbische, bisexuelle Frauen und Trans* in der Gesellschaft machen, fragen. Durch persönliche Interviews möchten wir verstärkt Trans* Menschen mit und ohne Migrationshintergrund/of Color/Schwarz in die Studie miteinbeziehen." weitere Infos.
Daneben möchte LesMigraS in einer deutschlandweiten Plakatkampagne mit dem Slogan "Identität kennt kein Entweder-Oder" darauf aufmerksam machen, dass lesbische, bisexuelle Frauen und Trans* oftmals Gewalt und Diskriminierung erfahren. weitere Infos.
Also wenn ihr euch angesprochen fühlt oder Lust habt euch fotografieren zu lassen, dann meldet euch bei Kampagne@lesmigras.de oder ruft einfach unter 030/21 91 50 90 an. Auf der Webseite von LesMigraS gibt es weitere Infos.
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Montag, 25. Januar 2010
Homi Bhabha zur Hegel Lecture in Berlin
Die Hegel Lecture 2010 wird am 28.01.2010 von Homi Bhabha gehalten.
Der Titel des Vortrages lautet: Our Neighbors, Ourselves: Contemporary Reflections on Survival (Unsere Nachbarn und wir: Zeitgenössische Betrachtungen über das Überleben). Die Veranstaltung ist öffentlich; der Eintritt frei; der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Anmelden konnte mensch sich bis zum 21.01.2010 - wer das nicht getan hat, sollte trotzdem hingehen - den Versuch ist es auf alle Fälle wert.
Ort: Henry-Ford-Bau, Max-Kade-Auditorium, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem
Zeit: 28. Januar 2010, Beginn: 19:00 Uhr. Einlass ab 18:00 Uhr
Der Titel des Vortrages lautet: Our Neighbors, Ourselves: Contemporary Reflections on Survival (Unsere Nachbarn und wir: Zeitgenössische Betrachtungen über das Überleben). Die Veranstaltung ist öffentlich; der Eintritt frei; der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Anmelden konnte mensch sich bis zum 21.01.2010 - wer das nicht getan hat, sollte trotzdem hingehen - den Versuch ist es auf alle Fälle wert.
Ort: Henry-Ford-Bau, Max-Kade-Auditorium, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem
Zeit: 28. Januar 2010, Beginn: 19:00 Uhr. Einlass ab 18:00 Uhr
Geschrieben von queer-o-mat
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Montag, 2. November 2009
Queer Horror in Marburg
Ausführliche Infos unter: Caligari - Deutsche Zeitschrift für Horrorstudien
Geschrieben von queer-o-mat
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Donnerstag, 4. Juni 2009
Kunsthochschule in Zürich bietet Bachelorstudiengang für mobilen und digitalen Content
An der Züricher Hochschule für Künste wird seit kurzem ein Bachelorstudiengang für mobilen und digitalen Content angeboten. Short Stories for the small Screen kurz: Cast.
In diesem Rahmen produzieren Studierende Inhalte für die Seite europride.tv.
Ein fünfwöchiges Lernmodul ermöglicht Studierenden die EuroPride 2009 in Zürich auf europride.tv zu begleiten und eine multimediale Seite rund um die schwul-lesbische Großveranstaltung zu erstellen.
Content heißt dann nicht nur Artikel in Textform, sondern auch Video-Interviews, Kurz-Dokus oder Live-Streams von Podiumsveranstaltungen und Höhepunkten der Parade.
Wir sind gespannt, was die Studierenden auf die Beine stellen und wie die Berichterstattung vonstatten läuft. Vielleicht ergibt sich auch eine Berichterstattung der off_pride, dem alternativen Queerfest zur offiziellen EuroPride, vom 5. – 7. Juni 2009 in Zürich. Es könnten alternativ-lesbische, undesignt-schwule, genderbefreite und sonstwie aus der Reihe tanzende Menschen zu Wort kommen.
In diesem Rahmen produzieren Studierende Inhalte für die Seite europride.tv.
Content heißt dann nicht nur Artikel in Textform, sondern auch Video-Interviews, Kurz-Dokus oder Live-Streams von Podiumsveranstaltungen und Höhepunkten der Parade.
Wir sind gespannt, was die Studierenden auf die Beine stellen und wie die Berichterstattung vonstatten läuft. Vielleicht ergibt sich auch eine Berichterstattung der off_pride, dem alternativen Queerfest zur offiziellen EuroPride, vom 5. – 7. Juni 2009 in Zürich. Es könnten alternativ-lesbische, undesignt-schwule, genderbefreite und sonstwie aus der Reihe tanzende Menschen zu Wort kommen.
Montag, 27. April 2009
Gender-Kritik Leipzig - Interdisziplinäre Dispute um Körper, Geschlecht und Identifikation
Die Reihe Gender-Kritik 2009 - Interdisziplinäre Dispute um Körper, Geschlecht und Identifikation vom Transdisziplinären Kolloqium des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Leipzig (FraGes) in Kooperation mit dem FraGes-Verein e.V. Leipzig hält folgendes Programm im SoSe 2009 bereit. Referieren werden jeweils zwei Referent_innen, die sich dem Thema Gender aus unterschiedlichen Perspektiven nähern – etwa aus Sicht des Web 2.0, der Biologie, der Musik oder der Erziehungswissenschaften. Anschließend ist eine Diskussion mit dem Publikum vorgesehen.
30.4. Der junge Feminismus: Aktualisierung der Differenz?
Referent_innen:
Katrin Rönicke (Mädchenmannschaft, Berlin)
Katrin Köppert (Queer-O-Mat, Berlin)
Moderation:
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt (Direktorin FraGes, Leipzig)
14.5. Perspektiven emanzipativer Biopolitik
Referent_innen:
Prof. Dr. Kerstin Palm (Biologie, Kulturwissenschaften, Humboldt-Universität Berlin)
Heinz-Jürgen Voß (Biologie, Universität Bremen)
Moderation:
Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha (Karl-Sudhoff-Institut Leipzig)
28.5. Geschlechtergewalt Täter- und Opferdisposition, revisited
Referentinnen:
Gabi Essbach (KIS / Frauen für Frauen e.V., Leipzig)
Kirsten Bruhns (Deutsches Jugendinstitut, München)
Moderation:
Antje Gothe (Politikwissenschaften, Leipzig)
11.6. Queere transgressive Repräsentationen in der Musik
Referent_innen:
Verena Spilker (Ethnologie, Politikwissenschaften Hamburg)
Dr. Dunja Brill (Medien- und Kulturwissenschaften. Berlin)
25.6. Geschlecht im Spiel? Geschlecht in den Medien
Referent_innen:
Prof. Dr. Susanne Maurer (Erziehungswissenschaften, Universität Marburg)
Prof. Dr. Renate Luca (Erziehungswissenschaften, Universität Hamburg)
Moderation: Prof. Dr. Barbara Drinck (Erziehungswissenschaften, Leipzig)
9.7. Feministische Identitätspolitik in Zeiten der Globalisierung
Referent_innen:
Dr. Rebecca Pates (Politikwissenschaften, Leipzig)
Prof. Dr. Helena Flam (Soziologie, Leipzig)
Moderation: Prof. Dr. Dorothee Alfermann (Sportwissenschaften, Leipzig)
Wo? Universität Leipzig, Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ), Beethovenstraße 15, Raum 2010
Wann? 19-21 Uhr
http://www.uni-leipzig.de/~frages/index.php?id=28
30.4. Der junge Feminismus: Aktualisierung der Differenz?
Referent_innen:
Katrin Rönicke (Mädchenmannschaft, Berlin)
Katrin Köppert (Queer-O-Mat, Berlin)
Moderation:
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt (Direktorin FraGes, Leipzig)
14.5. Perspektiven emanzipativer Biopolitik
Referent_innen:
Prof. Dr. Kerstin Palm (Biologie, Kulturwissenschaften, Humboldt-Universität Berlin)
Heinz-Jürgen Voß (Biologie, Universität Bremen)
Moderation:
Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha (Karl-Sudhoff-Institut Leipzig)
28.5. Geschlechtergewalt Täter- und Opferdisposition, revisited
Referentinnen:
Gabi Essbach (KIS / Frauen für Frauen e.V., Leipzig)
Kirsten Bruhns (Deutsches Jugendinstitut, München)
Moderation:
Antje Gothe (Politikwissenschaften, Leipzig)
11.6. Queere transgressive Repräsentationen in der Musik
Referent_innen:
Verena Spilker (Ethnologie, Politikwissenschaften Hamburg)
Dr. Dunja Brill (Medien- und Kulturwissenschaften. Berlin)
25.6. Geschlecht im Spiel? Geschlecht in den Medien
Referent_innen:
Prof. Dr. Susanne Maurer (Erziehungswissenschaften, Universität Marburg)
Prof. Dr. Renate Luca (Erziehungswissenschaften, Universität Hamburg)
Moderation: Prof. Dr. Barbara Drinck (Erziehungswissenschaften, Leipzig)
9.7. Feministische Identitätspolitik in Zeiten der Globalisierung
Referent_innen:
Dr. Rebecca Pates (Politikwissenschaften, Leipzig)
Prof. Dr. Helena Flam (Soziologie, Leipzig)
Moderation: Prof. Dr. Dorothee Alfermann (Sportwissenschaften, Leipzig)
Wo? Universität Leipzig, Geisteswissenschaftlichen Zentrum (GWZ), Beethovenstraße 15, Raum 2010
Wann? 19-21 Uhr
http://www.uni-leipzig.de/~frages/index.php?id=28
Samstag, 18. April 2009
„Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religösen Fundamentalismus“
Im Zuge und im Protest gegen den evangelikalen „6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge" in Marburg vom 20.-24. Mai 2009 “ hat sich das Bündnis "Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religösen Fundamentalismus“ gegründet.
Das Bündnis besteht aus queeren, feministischen, antisexistischen sowie antifaschistischen Gruppen, kritischen WissenschaftlerInnen und Einzelpersonen u.a. aus Marburg und Kassel, die sich gegen die Konferenz einerseits und gegen ein konservatives Bild der heterosexuellen Ehe als einzigem Lebensmodell sowie stigmatisierter Homosexualität wehrt. Die Pathologisierung gleichgeschlechtlicher Sexualität ist eine Menschenrechtsverletzung. „Es ist ein Skandal, dass die Stadt Marburg sowie die Universität solchen reaktionären Veranstaltungen und christlichem Fundamentalismus eine Bühne bietet“ erteilt Nora Nebenberg vom Bündnis der Veranstaltung eine klare Absage. „Wir fordern Stadt und Uni auf, dem Kongress keinerlei Räume zu Verfügung zu stellen“.
Bündnis: http://noplace.blogsport.de
Das Bündnis besteht aus queeren, feministischen, antisexistischen sowie antifaschistischen Gruppen, kritischen WissenschaftlerInnen und Einzelpersonen u.a. aus Marburg und Kassel, die sich gegen die Konferenz einerseits und gegen ein konservatives Bild der heterosexuellen Ehe als einzigem Lebensmodell sowie stigmatisierter Homosexualität wehrt. Die Pathologisierung gleichgeschlechtlicher Sexualität ist eine Menschenrechtsverletzung. „Es ist ein Skandal, dass die Stadt Marburg sowie die Universität solchen reaktionären Veranstaltungen und christlichem Fundamentalismus eine Bühne bietet“ erteilt Nora Nebenberg vom Bündnis der Veranstaltung eine klare Absage. „Wir fordern Stadt und Uni auf, dem Kongress keinerlei Räume zu Verfügung zu stellen“.
Bündnis: http://noplace.blogsport.de
Freitag, 17. April 2009
Eve Kosofsky Sedgwick verstorben
Bei i heart digital life haben wir soeben gelesen, dass am Ostersonntag die amerikanische Theoretikerin Eve Kosofsky Sedgwick mit 58 Jahren gestorben ist. Mit “Epistemology of the Closet” und “Between Men: English Literature and Male Homosocial Desire” war sie eine der Mitbergünderinnen der Queer Theory und beschäftigte sich u.a. mit den normativen Wirkungen nicht-performativer Äußerungen insbesondere mit homophoben Effekten.
Nachrufe:
Eve Kosofsky Sedgwick, My Friend, 1950-2009, von Cathy Davidson
Eve Kosofsky Sedgwick, 1950-2009, von Richard Kim, The Nation
Eve Kosofsky Sedgwick, von Macy Halford, The New Yorker
Nachrufe:
Eve Kosofsky Sedgwick, My Friend, 1950-2009, von Cathy Davidson
Eve Kosofsky Sedgwick, 1950-2009, von Richard Kim, The Nation
Eve Kosofsky Sedgwick, von Macy Halford, The New Yorker
Samstag, 7. Februar 2009
Judith Butler "Frames of War"
Mit Heerscharen stürmten wir in die FU Berlin und drängten in Richtung Audimax, um überraschenderweise schon zu dem Zeitpunkt in einen der Hörsäle verwiesen zu werden. Schnell wurde klar, dass die Ikone der Gender Studies und der Popstar des Dekonstruktivismus Judith Butler Massen anzuziehen in der Lage ist. Das weit verbreitete Gender (Studies)-Bashing lässt nicht vermuten, dass derart viele Anhänger_innen Butlers wie bei einem Popkonzert eingeklemmt auf ihren Plätzen bereit sind, ihr ein Ohr, ein Herz und ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Aber diesbezüglich lassen wir uns gern eines Besseren belehren.
Statt mit Butler sah mensch sich jedoch zuerst mit der Vizepräsidentin Prof. Dr. U. Lehmkuhl und dem Leiter des Dahlem-Humanitiy-Centers Prof. Dr. J. Küpper konfrontiert, die außer Lobreden auf die Exzellenz der FU kaum in der Lage waren, Judith Butler gerecht zu werden. Sich lieber auf organischen Stadtwuchs und die Unsäglichkeiten des Wetters zu berufen, statt den zentralen Begriff der Performativität anerkennend zu rezipieren, stellte nicht nur eine Peinlichkeit, sondern eine Verfehlung dar. Nahezu getoppt wurde diese mit der brustandeutenden Geste und der Befremdlichkeit in der Stimme, als Prof. Lehmkuhl das Wort „Geschlechtsidentität“ sich in den Mund zu nehmen getraute. Dass diese „offiziellen“ Wortbeiträge mit Gelächter und Protest der anwesenden Student_innen bekundet wurden, erleichterte einem ein wenig das Herz. Dieser Erleichterung galt dann wohl auch eher der Beifall als die Exzellenzen abtraten und mensch sich auf Butler freuen konnte.
Dass Butler jedoch für das Ansehen der FU instrumentalisiert wurde, muss dennoch an dieser Stelle erwähnt werden, da sie als Aushängeschild für die Bewerbung der Exzellenzinitiative der FU in den Dienst gestellt wurde. Die FU in ein noch „glänzenderes Licht“ zu stellen, beraubte Butler nahezu ihrer eigenen Stimme, was in dem Anraten der FU der Freundlichkeit halber den Vortrag auf Englisch zu halten, Entsprechung fand. Selbstverständlich wurde aufgrund der Exzellenz keine Übersetzung angeboten, was es in unserem Umfeld einigen schwer machte, den kapriziösen Ausführungen Butlers zu folgen.
Doch ist Mensch geneigt, ihr das zu verzeihen, entwickelte sie im Folgenden eine scheinbar banale These auf dem Grundgerüst ihres Verständnisses der Konstruktion und Wertung von Leben.
Ausgehend von der Frage, welche Möglichkeiten wir haben, Leben zu schützen vor dem Hintergrund eines steigenden Unsicherheitsgefühls verbunden mit zunehmender Gewalt, fragt sie erst einmal nach dem Leben an sich. Aus der Perspektive des Dekonstruktivismus schlussfolgert sie, dass Leben keine Essenz hat, sondern konstruiert und anhand einer „crafting power“ hergestellt wird. Diese sich an Normen ausrichtenden Kräfte produzieren und verschieben gleichermaßen die Subjekte, die sich in Abwandlung der „Phänomenologie des Geistes“ von Hegel aus der Singularität und Ersetzbarkeit (substitutability) ergeben. Ein singuläres Ich kann es daher nicht geben, sondern muss als pluralisiertes Ich verstanden werden, das sich nur durch ein Gegenüber wahrnehmen kann, von dem es sich unterscheidet. Dieses Andere ist somit nicht außerhalb des eigenen Subjekts zu denken, sondern ist konstitutiver Bestandteil des eigenen Ichs bzw. Lebens, das kein singuläres, sondern ein sich aus verschiedenen Ichs zusammensetzendes Subjekt ist. Die Anerkennung meines Ichs in der Austauschbarkeit meiner Ichs bedeutet die Anderen, die mir in nur einer bestimmten Ausformung ähneln, anzuerkennen. Sich von einem anderen Leben zu distanzieren, würde somit heißen, sich von sich selbst zu distanzieren. Anders formuliert: den Anderen zu töten, hieße, sich selbst zu töten. Das Diktum zu töten, um zu siegen, würde daher umgedreht verstanden werden müssen: zu töten, um zu verlieren. In dieser komplexen Herleitung findet sich der moralphilosophische Anspruch des Schutzes jedes Lebens unter Verzicht jeglicher Gewaltanwendung wieder, was sie mit einem kurzen Statement zum Gazakrieg unterfüttert. Es könne nicht um die Maximierung der Unsicherheit auf der einen Seite zur Minimierung der Unsicherheit auf der anderen Seite gehen, da die Leben auf beiden Seiten nicht voneinander abkoppelbar sind. Die Abhängigkeit anzuerkennen statt das Postulat der Freiheit zu bejubeln, könnte zur Solidarität auf Basis der Anonymität führen. Solange Staat und Medien die Abhängigkeiten negieren und das Lebens der Anderen nicht als wertvoll oder betrauerungswürdig wahrnehmen und anerkennen, bleiben alle Leben im Arsenal des Krieges gefangen.
Dass es keine Diskussion im Anschluss gab, mag daran liegen, dass auch das die FU Butler verboten (denn in London wurde diskutiert) oder die Veranstalter_innen sich auf keine Diskussion bezüglich des unsäglichen Beginns der Veranstaltung einlassen wollten oder dass die Kernaussage ihres Vortrages so eindrücklich wie wichtig ist, dass es keiner Kommentierung bedurfte. Darüber kann dann wohl diskutiert werden.
Radiokommentar
Podcast des Vortrages in London
Artikel zu Butlers Kommentierung der Wahl Obamas
Statt mit Butler sah mensch sich jedoch zuerst mit der Vizepräsidentin Prof. Dr. U. Lehmkuhl und dem Leiter des Dahlem-Humanitiy-Centers Prof. Dr. J. Küpper konfrontiert, die außer Lobreden auf die Exzellenz der FU kaum in der Lage waren, Judith Butler gerecht zu werden. Sich lieber auf organischen Stadtwuchs und die Unsäglichkeiten des Wetters zu berufen, statt den zentralen Begriff der Performativität anerkennend zu rezipieren, stellte nicht nur eine Peinlichkeit, sondern eine Verfehlung dar. Nahezu getoppt wurde diese mit der brustandeutenden Geste und der Befremdlichkeit in der Stimme, als Prof. Lehmkuhl das Wort „Geschlechtsidentität“ sich in den Mund zu nehmen getraute. Dass diese „offiziellen“ Wortbeiträge mit Gelächter und Protest der anwesenden Student_innen bekundet wurden, erleichterte einem ein wenig das Herz. Dieser Erleichterung galt dann wohl auch eher der Beifall als die Exzellenzen abtraten und mensch sich auf Butler freuen konnte.
Dass Butler jedoch für das Ansehen der FU instrumentalisiert wurde, muss dennoch an dieser Stelle erwähnt werden, da sie als Aushängeschild für die Bewerbung der Exzellenzinitiative der FU in den Dienst gestellt wurde. Die FU in ein noch „glänzenderes Licht“ zu stellen, beraubte Butler nahezu ihrer eigenen Stimme, was in dem Anraten der FU der Freundlichkeit halber den Vortrag auf Englisch zu halten, Entsprechung fand. Selbstverständlich wurde aufgrund der Exzellenz keine Übersetzung angeboten, was es in unserem Umfeld einigen schwer machte, den kapriziösen Ausführungen Butlers zu folgen.
Doch ist Mensch geneigt, ihr das zu verzeihen, entwickelte sie im Folgenden eine scheinbar banale These auf dem Grundgerüst ihres Verständnisses der Konstruktion und Wertung von Leben.
Ausgehend von der Frage, welche Möglichkeiten wir haben, Leben zu schützen vor dem Hintergrund eines steigenden Unsicherheitsgefühls verbunden mit zunehmender Gewalt, fragt sie erst einmal nach dem Leben an sich. Aus der Perspektive des Dekonstruktivismus schlussfolgert sie, dass Leben keine Essenz hat, sondern konstruiert und anhand einer „crafting power“ hergestellt wird. Diese sich an Normen ausrichtenden Kräfte produzieren und verschieben gleichermaßen die Subjekte, die sich in Abwandlung der „Phänomenologie des Geistes“ von Hegel aus der Singularität und Ersetzbarkeit (substitutability) ergeben. Ein singuläres Ich kann es daher nicht geben, sondern muss als pluralisiertes Ich verstanden werden, das sich nur durch ein Gegenüber wahrnehmen kann, von dem es sich unterscheidet. Dieses Andere ist somit nicht außerhalb des eigenen Subjekts zu denken, sondern ist konstitutiver Bestandteil des eigenen Ichs bzw. Lebens, das kein singuläres, sondern ein sich aus verschiedenen Ichs zusammensetzendes Subjekt ist. Die Anerkennung meines Ichs in der Austauschbarkeit meiner Ichs bedeutet die Anderen, die mir in nur einer bestimmten Ausformung ähneln, anzuerkennen. Sich von einem anderen Leben zu distanzieren, würde somit heißen, sich von sich selbst zu distanzieren. Anders formuliert: den Anderen zu töten, hieße, sich selbst zu töten. Das Diktum zu töten, um zu siegen, würde daher umgedreht verstanden werden müssen: zu töten, um zu verlieren. In dieser komplexen Herleitung findet sich der moralphilosophische Anspruch des Schutzes jedes Lebens unter Verzicht jeglicher Gewaltanwendung wieder, was sie mit einem kurzen Statement zum Gazakrieg unterfüttert. Es könne nicht um die Maximierung der Unsicherheit auf der einen Seite zur Minimierung der Unsicherheit auf der anderen Seite gehen, da die Leben auf beiden Seiten nicht voneinander abkoppelbar sind. Die Abhängigkeit anzuerkennen statt das Postulat der Freiheit zu bejubeln, könnte zur Solidarität auf Basis der Anonymität führen. Solange Staat und Medien die Abhängigkeiten negieren und das Lebens der Anderen nicht als wertvoll oder betrauerungswürdig wahrnehmen und anerkennen, bleiben alle Leben im Arsenal des Krieges gefangen.
Dass es keine Diskussion im Anschluss gab, mag daran liegen, dass auch das die FU Butler verboten (denn in London wurde diskutiert) oder die Veranstalter_innen sich auf keine Diskussion bezüglich des unsäglichen Beginns der Veranstaltung einlassen wollten oder dass die Kernaussage ihres Vortrages so eindrücklich wie wichtig ist, dass es keiner Kommentierung bedurfte. Darüber kann dann wohl diskutiert werden.
Radiokommentar
Podcast des Vortrages in London
Artikel zu Butlers Kommentierung der Wahl Obamas
Mittwoch, 4. Februar 2009
Achtung Menschenrechtsverletzung: Menschenhandel zum Zweck der Prostitution
Von Katrin Köppert
„Es hätte schlimmer kommen können“
Die Kritik des UN-Menschenrechtsrat und zahlreicher NGOs an der von der Bundesregierung geschönten Menschenrechtslage wurde von den Abgesandten der Bundesregierung Gernot Erler (Staatsminister im Auswertigen Amt) und Peter Altmaier (Staatssekretär im Bundesinnenministerium) in der Befürchtung, dass sie hätte schlimmer ausfallen können, förmlich durchgewinkt. Mit diesem beiläufigen Zaunpfahl wurde nicht nur dem UN-Menschenrechtsrat seine scheinbare Belanglosigkeit vorgehalten, sondern die Frage nach dem Interesse an der Einhaltung von Menschenrechten berührt.
Am Beispiel der Situation von Betroffenen des Menschenhandels zum Zweck der Prostitution zeigen sich Doppelmoral sowie rassistisch und nationalistisch motivierte Deklassierungen und Diskriminierungen von Menschen, deren Rechte die Bundesregierung weder anerkennt noch die Verletzung ihrer Rechte entsprechend ahndet. Während das Prostitutionsgesetz seit 2002 Prostituierten das Recht auf Sozialversicherung und auf die Einklagbarkeit ihrer Einnahmen zugesteht, sind Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der Prostitution dieser Rechte beraubt.
Solange der Staat ein Sexgewerbe rechtlich legitimiert, muss er auch den Schutz aller darin tätigen Arbeitnehmer_innen ermöglichen und nicht einen Klassismus der Prostitution betreiben, in dem sich ein Rassismus widerspiegelt. "Achtung Menschenrechtsverletzung:..." vollständig lesen »
„Es hätte schlimmer kommen können“
Die Kritik des UN-Menschenrechtsrat und zahlreicher NGOs an der von der Bundesregierung geschönten Menschenrechtslage wurde von den Abgesandten der Bundesregierung Gernot Erler (Staatsminister im Auswertigen Amt) und Peter Altmaier (Staatssekretär im Bundesinnenministerium) in der Befürchtung, dass sie hätte schlimmer ausfallen können, förmlich durchgewinkt. Mit diesem beiläufigen Zaunpfahl wurde nicht nur dem UN-Menschenrechtsrat seine scheinbare Belanglosigkeit vorgehalten, sondern die Frage nach dem Interesse an der Einhaltung von Menschenrechten berührt.
Am Beispiel der Situation von Betroffenen des Menschenhandels zum Zweck der Prostitution zeigen sich Doppelmoral sowie rassistisch und nationalistisch motivierte Deklassierungen und Diskriminierungen von Menschen, deren Rechte die Bundesregierung weder anerkennt noch die Verletzung ihrer Rechte entsprechend ahndet. Während das Prostitutionsgesetz seit 2002 Prostituierten das Recht auf Sozialversicherung und auf die Einklagbarkeit ihrer Einnahmen zugesteht, sind Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der Prostitution dieser Rechte beraubt.
Solange der Staat ein Sexgewerbe rechtlich legitimiert, muss er auch den Schutz aller darin tätigen Arbeitnehmer_innen ermöglichen und nicht einen Klassismus der Prostitution betreiben, in dem sich ein Rassismus widerspiegelt. "Achtung Menschenrechtsverletzung:..." vollständig lesen »
Samstag, 27. Dezember 2008
Out now! Queer Studies: Methodological Approaches
Das von der Amsterdam University Press herausgegebene GRADUATE JOURNAL OF SOCIAL SCIENCE widmet sich in der Dezember Ausgabe den Queer Studies. Im März folgt eine zweite Ausgabe mit weiteren spannenden Artikeln.
Aus der Ankündigung:
Recent publications in queer studies point towards several directions, such as the dimension of “anti-social”-ity of “queer”, temporalities of non-normative desires, and geographies of non-Western sexualities. Clearly “there is something in the air” around these issues, which became quickly noticeable from the abstracts we have received. Problems of contextualizations of queer; the reception in non-English speaking contexts where “queer” is an empty word without history and negative connections; the impact of spatial and temporal contexts on queer formation and academic practises of story telling and a problematisation of privileges, positionality and canon setting in queer studies of today – are the hot topics.
Die Beiträge:
Mia Liinason and Robert Kulpa, Queer Methodologies?
Tiina Rosenberg,
Locally Queer. A Note on the Feminist Genealogy of Queer Theory.
Liv Mertz,
“I am what I am?”? Toward a Sexual Politics of Contingent Foundations.
Michela Baldo,
Queer in Italian-North American women writers.
Maria A. Viteri,
‘Latino’ and ‘queer’ as sites of translation: Intersections of ‘race’, ethnicity and sexuality.
Elisabeth Enbebretsen,
Queer ethnography in theory and practice: Reflections on studying sexual globalization and women’s queer activism in Beijing
Linn Sandberg,
The Old, the Ugly and the Queer: thinking old age in relation to queer theory.
Judith Halberstam,
The Anti-Social Turn in Queer Studies.
Weiterlesen
Aus der Ankündigung:
Recent publications in queer studies point towards several directions, such as the dimension of “anti-social”-ity of “queer”, temporalities of non-normative desires, and geographies of non-Western sexualities. Clearly “there is something in the air” around these issues, which became quickly noticeable from the abstracts we have received. Problems of contextualizations of queer; the reception in non-English speaking contexts where “queer” is an empty word without history and negative connections; the impact of spatial and temporal contexts on queer formation and academic practises of story telling and a problematisation of privileges, positionality and canon setting in queer studies of today – are the hot topics.
Die Beiträge:
Mia Liinason and Robert Kulpa, Queer Methodologies?
Tiina Rosenberg,
Locally Queer. A Note on the Feminist Genealogy of Queer Theory.
Liv Mertz,
“I am what I am?”? Toward a Sexual Politics of Contingent Foundations.
Michela Baldo,
Queer in Italian-North American women writers.
Maria A. Viteri,
‘Latino’ and ‘queer’ as sites of translation: Intersections of ‘race’, ethnicity and sexuality.
Elisabeth Enbebretsen,
Queer ethnography in theory and practice: Reflections on studying sexual globalization and women’s queer activism in Beijing
Linn Sandberg,
The Old, the Ugly and the Queer: thinking old age in relation to queer theory.
Judith Halberstam,
The Anti-Social Turn in Queer Studies.
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Mittwoch, 10. Dezember 2008
Hype oder Lösungsansatz? - "Celebrating Intersectionality"
Nachdem auf dem Queer-o-mat soeben bekannt gegeben wurde, dass die Gender Studies in Hannover aufgelöst wurden, kann eine Gegenbewegung wahrgenommen werden, wobei noch zu klären ist, ob es sich um eine Bewegung handelt oder je handeln kann: Intersektionalität wird landab, landauf diskutiert (siehe Gleichzeitge Ungleichheiten, Doing Intersectionality. Über das Recht auf Verschiedenheit und den Umgang mit Differenz) und auch im kommenden Jahr thematisiert. Dabei handelt es sich nicht um ein Konzept, welches die Gender Studies obsolet erscheinen lassen soll, sondern das monolithische Erscheinen der ins Scheinwerferlicht gerückten Kategorie Gender korrigiert. Korrigiert dahingehend, dass Gender nie allein und für sich genommen Gesellschaft organisiert, sondern immer nur in der Verkreuzung zu weiteren Struktur- und Analysekategorien wie Klasse, "Rasse", Befähigung, Alter und dertausend mehr, was bereits auf ein erstes Grunddilemma verweist. Denn wie kann mensch der Überlappung und Verkreuzung in der Analyse gerecht werden, wenn die Kategorien künstlich aufgespalten und in einer nicht enden wollende Aufzählungslitanei abgespult werden. Bereits da scheiden sich die Geister - was beweisen könnte, dass Trennungen auch produktiv sein können, insofern neben dem Ansatz der Intersektionalität auch der Ansatz der Interdependenz entwickelt wurde (nachzulesen in Gender als interdependente Kategorie). Dieser betont, dass die Kategorien immer integral wirken und in der Betrachtung einer Kategorie in ihrer Multiplität konsequent mitgedacht werden müssen, um Ungleichheiten mehrdimensional zu verstehen.
Wem an dieser Stelle Lust nach mehr ist und wer sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage "Hype oder Lösungsansatz?" begeben möchte, sollte sich auf einer der folgenden Konferenzen und Veranstaltungen tummeln:
15.01.2009
Beatrice Michaelis und Elahe Haschemi Yekani: "Interdependenzen/Intersektionalität als korrektive Methodologie in den Literatur-/Kulturwissenschaften.”
Workshop am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) - Justus Liebig University Gießen
22. und 23. 01. 2009
Gendering Disability - Behinderung und Geschlecht in Theorie und Praxis
Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Univesität Bremen, AG Disability Studies in Deutschland
Ort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
und wer die Wahl hat die Qual - zum gleichen Termin:
Celebrating Intersectionality? Debates on a multi-faceted Concept in Gender Studies
International Conference
Ort: Goethe-University Frankfurt Campus Westend Room 1.801
18.-20. Juni 2009
Intersectionality – Theorien, Methoden, Empirien
12. Arbeitstagung der Kommission für Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien
Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, München
Ort: Wien
Wem an dieser Stelle Lust nach mehr ist und wer sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage "Hype oder Lösungsansatz?" begeben möchte, sollte sich auf einer der folgenden Konferenzen und Veranstaltungen tummeln:
15.01.2009
Beatrice Michaelis und Elahe Haschemi Yekani: "Interdependenzen/Intersektionalität als korrektive Methodologie in den Literatur-/Kulturwissenschaften.”
Workshop am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) - Justus Liebig University Gießen
22. und 23. 01. 2009
Gendering Disability - Behinderung und Geschlecht in Theorie und Praxis
Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Univesität Bremen, AG Disability Studies in Deutschland
Ort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
und wer die Wahl hat die Qual - zum gleichen Termin:
Celebrating Intersectionality? Debates on a multi-faceted Concept in Gender Studies
International Conference
Ort: Goethe-University Frankfurt Campus Westend Room 1.801
18.-20. Juni 2009
Intersectionality – Theorien, Methoden, Empirien
12. Arbeitstagung der Kommission für Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien
Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, München
Ort: Wien
Geschrieben von queer-o-mat
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21:09
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Tags für diesen Artikel: gender, interdependenz, intersectionality, intersektionalität, konferenz, studies, ungleichheiten, Wissenschaft
Samstag, 6. Dezember 2008
Gender Studies Hannover wurden aufgelöst!
Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Gender Studies“, Trägerin des gleichnamigen Studien- und Forschungsschwerpunkts an der Philosophischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover, verkündete ihre Auflösung, ohne darauf einzugehen, wie es zu diesem Schritt kommen konnte. Die Ankündigung klingt so freiwillig wie es nur sehr unwahrscheinlich von statten gegangen sein wird, was den Zynismus der Situation nur unterstreicht.
Im Endeeffekt werden die Gender Studies in ihrer Eigenständigkeit eingeebnet in einen Wissenschaftsbetrieb, der sich zunehmend vermarktet. Dass die kritischen Praxen der Gender Studies und die über den disziplinären Tellerrand hinausschauenden Ansätze da nur Störenfriede sein können, scheint in der Logik des Marktes zum Schrecken meiner nahezu nachvollziehbar.
Aber ein Trostpflästerchen gibt es: die Gender Studies sollen innerhalb der Soziologie erhalten bleiben und anhand von Umwidmungen der Professuren vollzogen werden. Dennoch kann auch die von der Fakultät als Kompensation vorgeschlagene Berücksichtigung des Gender-Aspekts in einer neu auszuschreibenden Professur für „Arbeits- und Organisationssoziologie“ die Verluste im Grundlagenangebot des Studien- und Forschungsschwerpunktes „Gender Studies“ nicht ausgleichen.
Was bleibt, ist das bittere Gefühl einer sich herstellenden "Normalität" an deutschen Universitäten.
Im Endeeffekt werden die Gender Studies in ihrer Eigenständigkeit eingeebnet in einen Wissenschaftsbetrieb, der sich zunehmend vermarktet. Dass die kritischen Praxen der Gender Studies und die über den disziplinären Tellerrand hinausschauenden Ansätze da nur Störenfriede sein können, scheint in der Logik des Marktes zum Schrecken meiner nahezu nachvollziehbar.
Aber ein Trostpflästerchen gibt es: die Gender Studies sollen innerhalb der Soziologie erhalten bleiben und anhand von Umwidmungen der Professuren vollzogen werden. Dennoch kann auch die von der Fakultät als Kompensation vorgeschlagene Berücksichtigung des Gender-Aspekts in einer neu auszuschreibenden Professur für „Arbeits- und Organisationssoziologie“ die Verluste im Grundlagenangebot des Studien- und Forschungsschwerpunktes „Gender Studies“ nicht ausgleichen.
Was bleibt, ist das bittere Gefühl einer sich herstellenden "Normalität" an deutschen Universitäten.
Samstag, 8. November 2008
„Evolve or Die“ - Projektutorien von Christiane Hutson im WS 08/09
„Evolve or Die“ post/ koloniale Interdependenzen zwischen Rassifizierungs-, Vergeschlechtlichungs- und Behinderungs-/ Erkrankungsprozessen
Unsere Denk-, Handlungs- und Erfahrungsweisen sind strukturell von Ent- und Erinnerungen an koloniale Gewalt (kolonialen Echos) durchzogen. In diesem Blockseminar möchte ich die Möglichkeit geben darüber nachzudenken, wie und aus welchen gesellschaftlichen Positionen heraus koloniale Gewalt in gegenwärtigen Vorstellungen von ›Rasse‹, ›Geschlecht‹ und ›Gesundheit/ Behinderung/ Krankheit‹ er- oder entinnert wird. Wichtig ist mir dabei zum einen, die unauflöslichen, wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassismus (Gewalt gegen People of Color), Sexismus (Gewalt gegen Transleute, Queers, Lesben, Schwule und Frauen) und Ableism (Gewalt gegen Menschen mit Behinderung/ chronischer Krankheit) sichtbar zu machen. Zum anderen geht es darum, markieren zu können, dass die wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassifizierung, Vergeschlechtlichung und Konstruktionen von Krankheit/ Behinderung/ Gesundheit für die Durchsetzung von kolonialer Macht und ihrer gegenwärtigen Echos bedeutungsvoll sind.
Das Blockseminar findet am 7.11- 8.11.2008 + 21.11.-22.11.2008 (Freitags 10- 18 Uhr, Samstags 8 - 16 Uhr) im Seminargebäude Dorotheenstraße 24, Raum 3.007, Humboldt-Universität zu Berlin statt. Bitte meldet euch unter c.hutson(at)web.de an!
„ … und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Vergeschlechtlichende Sozialisationsprozesse innerhalb von Rassismus und Behinderung
„Ich war ein Freak, eine Außenseiterin, die ‘Andere’, und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Mit diesen Worten erinnert sich die handamputierte Jo Anne Rome an ihre Schulzeit. Das Gefühl vermittelt zu bekommen, der Welt eine Erklärung schuldig zu sein, ist eines, dass mich zum einen ein Stück weit an meine Erfahrungen als chronisch kranke Frau erinnert. Als Schwarze Frau erinnert mich das von Rome geschilderte Gefühl aber auch an meine eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus und beispielsweise der damit einhergehender Forderung, bereitwillig Auskunft über meine Herkunft zu geben. Diese Perspektiven verbindend geht das Blockseminar zwei Fragen nach.
Wie kommt es, dass pädagogische Konzepte und Akteur_innen Erklärungen dieser Art einfordern können, ohne sich als rassistisch und behindernd wahrzunehmen?
Wie können pädagogische Akteur_innen dieser Einforderung widerstehen?
An dieser Stelle werden postkoloniale Theorie und die Disability Studies als kritisches Analyse- und Bewertungsinstrumentarium für pädagogisches Handeln vorgestellt.
Das PT findet an der Universität Bielefeld statt. Termine ab dem 28.11.2008 über das Stud.IP oder unter c.hutson(at)web.de erfragen!
Unsere Denk-, Handlungs- und Erfahrungsweisen sind strukturell von Ent- und Erinnerungen an koloniale Gewalt (kolonialen Echos) durchzogen. In diesem Blockseminar möchte ich die Möglichkeit geben darüber nachzudenken, wie und aus welchen gesellschaftlichen Positionen heraus koloniale Gewalt in gegenwärtigen Vorstellungen von ›Rasse‹, ›Geschlecht‹ und ›Gesundheit/ Behinderung/ Krankheit‹ er- oder entinnert wird. Wichtig ist mir dabei zum einen, die unauflöslichen, wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassismus (Gewalt gegen People of Color), Sexismus (Gewalt gegen Transleute, Queers, Lesben, Schwule und Frauen) und Ableism (Gewalt gegen Menschen mit Behinderung/ chronischer Krankheit) sichtbar zu machen. Zum anderen geht es darum, markieren zu können, dass die wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassifizierung, Vergeschlechtlichung und Konstruktionen von Krankheit/ Behinderung/ Gesundheit für die Durchsetzung von kolonialer Macht und ihrer gegenwärtigen Echos bedeutungsvoll sind.
Das Blockseminar findet am 7.11- 8.11.2008 + 21.11.-22.11.2008 (Freitags 10- 18 Uhr, Samstags 8 - 16 Uhr) im Seminargebäude Dorotheenstraße 24, Raum 3.007, Humboldt-Universität zu Berlin statt. Bitte meldet euch unter c.hutson(at)web.de an!
„ … und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Vergeschlechtlichende Sozialisationsprozesse innerhalb von Rassismus und Behinderung
„Ich war ein Freak, eine Außenseiterin, die ‘Andere’, und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Mit diesen Worten erinnert sich die handamputierte Jo Anne Rome an ihre Schulzeit. Das Gefühl vermittelt zu bekommen, der Welt eine Erklärung schuldig zu sein, ist eines, dass mich zum einen ein Stück weit an meine Erfahrungen als chronisch kranke Frau erinnert. Als Schwarze Frau erinnert mich das von Rome geschilderte Gefühl aber auch an meine eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus und beispielsweise der damit einhergehender Forderung, bereitwillig Auskunft über meine Herkunft zu geben. Diese Perspektiven verbindend geht das Blockseminar zwei Fragen nach.
Wie kommt es, dass pädagogische Konzepte und Akteur_innen Erklärungen dieser Art einfordern können, ohne sich als rassistisch und behindernd wahrzunehmen?
Wie können pädagogische Akteur_innen dieser Einforderung widerstehen?
An dieser Stelle werden postkoloniale Theorie und die Disability Studies als kritisches Analyse- und Bewertungsinstrumentarium für pädagogisches Handeln vorgestellt.
Das PT findet an der Universität Bielefeld statt. Termine ab dem 28.11.2008 über das Stud.IP oder unter c.hutson(at)web.de erfragen!
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