Letztlich auf dem Transgender Film Festival in Los Angeles gesehen und soeben entdeckt, dass einer meiner Lieblingsfilme aus dem Programm doch tatsächlich online ist!
In diesem Sommer findet in Rostock vom 29. Juli bis zum 31. Juli 2010 zum zweiten Mal das unkommerzielle und unabhängige QueerFilmFest statt.
Hierfür sucht das Orga-Team eure Filme!
Jeder queere Film ist willkommen - gerne zu Themen wie Intersexualität, Trans*, Gender-nicht-konform und queer in Verbindung mit Migration, Illegalität, Klasse…
Wer Lust hat, einen Film einzureichen und persönlich in Rostock vorzustellen sowie dem Publikum im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen, meldet sich unter: queerfilm@systemausfall.org.
Im Rahmen des Festivals wird es auch Raum für Dia-Shows, Ausstellungen, Vorträge oder Workshops geben. Bei der Abschlussparty am Samstag könnt ihr euch gerne mit euren Performances, Deko-Ideen und DJ-Skillz einbringen. Auch hierfür: queerfilm@systemausfall.org
Selbstverständlich vermittelt auch der Queer-o-mat.
Yair Quedar hat eine Menge Material zusammengetragen und dokumentiert die kurze aber revolutionäre Schwulenbewegung Israels zwischen den 80er Jahren und 1998, wobei hier korrigiert werden muss, dass es sich um die Bewegung in Tel Aviv handelt. Schließlich erfahren wir weder etwas über die Verhältnisse in Jerusalem oder den ländlichen Gebieten noch über die Vielfalt queerlesbischfeministischen Lebens, was insofern legitimiert dadurch wird, dass der Regisseur einen Ausschnitt seiner Erlebnisse und seines Kontextes dar- bzw. herstellt. Und dennoch hinkt der Film genau daran, das er vorgibt für sich beanspruchen zu können, die Homosexuellenbewegung Israels zu dokumentieren, aber lediglich aus dem weißen schwulen und zumeist intellektuell-kulturellen Zentrum Tel Avivs berichtet. Demzufolge handelt es sich um einen guten ersten Einblick der noch weitestgehend unerzählten Geschichte der LGBT-Bewegung rund um Coming-Out und Emanzipation. Ergänzend ließe sich z.B. der Film „Trembling before G-d“ von Sandi DuBowski empfehlen.
Die Eule als ein gemütlich wirkendes Tier, das Ruhe und Besonnenheit auszustrahlen in der Lage ist, steht als Metapher über dem neuen Film von und mit Cheryl Dunye (Watermelon Women) und lässt sich auf die in die Jahre gekommene Gruppe lesbischer Frauen übertragen. Rockten sie einst die Bühnen, pflanzen sie nunmehr Tomaten an, beschäftigen sich mit der Fortpflanzung und huldigen aus Gewohnheit und Frustration dem Alkohol. Wie die Eulen leben sie im nächtlichen Schatten ihres eigenen Lebens. Cheryl Dunye vollzieht mit diesem Film die Wendung einer einst politisch motivierten Frauen- und Lesbenbewegung hin zu einem privatisiert-individualisiertem Lebensstil sich verbürgerlichender Frauen zwischen Garten, Küche und Selbstbefriedigung nach und setzt allein mit der Trans*Person Cricket einen Akzent sich verschiebender Paradigmen im Kosmos schwul*lesbischer Lebensweisen. Mit dem Auftauchen und mysteriösen Verschwinden von Cricket gerät das Leben der vier Frauen in Form des Erscheinen Sky`s als Alter Ego aus den Bahnen. Zwischen den sich auflösenden Grenzen von Innen und Außen, Sehen und Gesehenwerden gehen sie verloren im buchstäblichen Sinn, da sich der Film als ein Thriller im Genre des psychologischen Dramas der 1960er Jahre wie z.B. Killing of Sister George auflöst. Unabhängig davon, ob mensch diese Bezugnahme gelungen findet oder nicht, versucht der Film auch aufgrund der im Kollektiv entstandenen und nicht auf eine Einzelperson rückfahrbare Produktion Kategorien aufzuweiten und miteinander in Relation zu bringen. Somit geht der Film über das reine Bekennungsmoment sexueller Identität hinaus und erzählt von der Komplexität queeren Lebens.
Viele Filme der Berlinale zu schauen, ist leider (wieder) nicht drin, aber den ersten vorzustellen lohnt sich schonmal. In trauter Zweisamkeit sahen wir „I shot my love“ des israelischen Filmemachers Tomer Heymann, was sich, wenn mensch den Ankündigungstext nur leidlich überflogen hat, erst einmal bedrohlich anhört, ist es hoffentlich niemensches (?) Ziel, seine Liebe zu erschießen. Doch bereits mit den Anfängen des mit einer 8mm Kamera gefilmten Streifens lässt sich erschließen, auf welche Doppeldeutigkeit des Wortes „to shoot“ Heymann anspielt. Schließlich schießt Heymann mit seiner Kamera Bilder und filmt nahezu ungeachtet jedweder Distanznahme seine neue Liebe Andreas Merk, die er nach dem Screening seines letzten Films „Paper Dolls“ auf der Berlinale 2006 durch Zufall kennenlernte. Die Kamera scheint eingegangen nicht nur in das Beziehungsgeflecht dieser beiden kulturell sich unterscheidenden jungen Männer, sondern auch in das zwischen dem Sohn Tomer`le und dessen Mutter, die insofern als das historische Bindeglied zwischen Tomer und Andreas verstanden werden kann, ist sie die Tochter der vor dem Naziregime nach Israel geflohenen deutsch-jüdischen Eltern. Demzufolge entspinnt sich nicht nur eine Suche nach der je eigenen Familiengeschichte, sondern die Suche nach einem über die Grenzen eingeschriebener Vorurteile hinausdeutenden Neuanfang im ganz persönlichen Lieben und Leben. Ein intimer, ein zärtlicher Film mit einem eindringlichen Kamerablick – jedoch nicht auf das Objekt des Auges, sondern das Objekt der Liebe.
Der Film läuft nochmal am Samstag, den 20.02.2010, 17:30 Uhr im Cubix 7 mit Anwesenheit von Tomer Heymann und Andreas Merk.
Am 19. November 2009 läuft im Spinnboden-Archiv der Film "Working on it" unter der Anwesenheit der Filmemacher_innen Karin Michalsky und Sabina Baumann. Im Film wird der Aspekt des "sexuellen Arbeitens" im Sinne der teils aufwendigen Arbeit, "in öffentliche Bilder von Sexualität und Weiß-Sein einzugreifen", thematisiert. 15 Protagonist*innen beantworten Fragen, wie auf Arbeit und im Alltag Abwertungen sexueller Identität gewendet werden können, um eine neue Sprache von Geschlechtlichkeiten zu generieren.
In diesem Jahr fand vom 22.-25.Oktober das 4. Pornfilmfestival in Berlin statt. Angekündigt waren „so viele spannende und interessante Arbeiten von „Frauen“ wie noch nie“, einem Umstand, auf den sich laut dem Festivalleiter Jürgen Brüning die Presse stürzte, ohne danach zu fragen, welcher Motivation folgend. Wollte mensch sich in differenzbiologistischen Thesen, Frauen würden „andere“ oder gar hinter vorgehaltener Hand bessere Pornos machen, bestätigt sehen oder ging es tatsächlich um einen kritischen Blick auf mediale Geschlechterklischees und ausbeuterische Produktionsbedingungen?
Schließlich war das Programm viel versprechend, auch im Hinblick auf etwaige queere, alternative, feministische Pornos – que(e)rliegend zu stereotypen Geschlechterrollen, heteronormativem Mainstream und Herrschaftsverhältnissen.
Die Auswahl aus dem umfangreichen Programm fiel schwer und musste doch getroffen werden, so dass ich das Festival mit dem Eröffnungsfilm begann:
Zum vierten Mal findet während der Pride-Week in Berlin das XPOSED International Queer Short Film Festival statt. XPOSED spielt auf den Vorgang des XPOSING an, wenn also Filmmaterial BELICHTET wird. In diesem Sinne wird diesmal „Die Türkei-Rolle“ belichtet und beleuchtet.
Im Gepäck schwullesbische Filme aus der ganzen Welt – für ein Publikum, das während der Pride Week genauso international ist. Zum 4. Mal schon wird das Schwuz zum Kino. Und zum ersten Mal dazu zum Konzertsaal und zum PARTY-SALOON. Am 25. Juni erobern wahre schwule und lesbische Geschichten aus der Türkei die Leinwand: Queer-Kurzfilme und Queer-Dokumentationen. Auf der Landkarte knapp 2.000 km entfernt. Für Berliner_innen ist es meist nur eine Wohnungstür weiter. Auf diesem Festival wollen wir unsere Nachbarn besser kennen lernen. Was im Verborgenen nebenan passiert – bei uns auf der großen Leinwand.
Programm-Höhepunkte:
„Rent A Boy“
Eine Geschichte über einen schwulen Jungen,
der eigentlich nicht zu vermieten sein wollte oder sollte?
„Makbul – His Favorite One“
enthüllt mutig schwule Fetisch-Gelüsten in altertümlicher türkischer Geschichte. Für uns mag es komisch sein. Damals war es ein Drama, als der persönliche Butler des Sultans beim täglichen Wasch-Ritual von den Füßen des Sultans mehr als entzückt ist und eine homo-erotische Spannung entsteht.
„Lots Wife“
Die Fabel von Sodom und Gomorrah, erzählt durch die Augen einer starken türkischen Frau und ihren Blick auf gleichgeschlechtliche Liebe in der islamischen Welt.
Party:
Filme, die gebührend gefeiert werden müssen mit einer fetten Party. Das Schwuz wird zum Inneren einer Wasserpfeife mit Wassermelonentabak. Fürs Warm-Up die Live-Band „Solow Suicide“.An den Turntables die internationale Ikone „DJ Seymour Butz“ …plus die Berliner Hausmarken „Das Ponymädchen“ und „Desolation Disko King“…plus Mikki_P und host Trixi von Heute!
Die Filmreihe "Das Geschlecht der Anderen. Ethnologie, Kriminologie, Psychiatrie & Zoologie" des Graduiertenkollegs "Geschlecht als Wissenskategorie" findet im Sommersemester 09 mit folgenden Screenings und Kommentaren statt:
6. Mai:
The Fountain von Darren Aronofsky
(Kommentar: Florian Kappeler)
20. Mai:
XXY von Lucía Puenzo
(Kommentar: Julia Roth)
3. Juni:
I`m a Cyborg but that`s OK von Chan-wook Park
(Kommentar: Sophia Könemann / Agnes Böhmelt )
17. Juni:
Der Totmacher von Romuald Karmakar
(Kommentar: Anne Stähr / Vojin Saša Vukadinović)
1. Juli:
Ginger Snaps von John Fawcett
(Kommentar: Julie Miess)
15. Juli:
Amores Perros von Alejandro González
(Kommentar: Susann Neuenfeldt)
Einmal im Monat immer Donnerstag werden im Spinnboden-Lesbenarchiv kleine und feine Filme vorgeführt, die im Anschluss diskutiert werden können.
Diesen Donnerstag: "City Walls - My own private Tehran" von Afsar Sonia Shafie (2006)
Afsar Sonia Shafie gelingt es mit ihrem Film City Walls – My Own Private Teheran, den Iran nicht im Kontext der islamischen Revolution zu zeigen, sondern das Publikum stattdessen am Leben iranischen Alltags teilhaben zu lassen – wobei Shafie in erster Linie die Frauen ihrer Familie porträtiert.
Jede der aufgezeigten Lebensgeschichten ist eine Anklage gegen die Ungleichheit der Geschlechter in einer extrem patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Doch geht es in City Walls – My Own Private Teheran nicht um eine Grundsatzdiskussion zum Islam und der Geschlechterfrage, sondern vielmehr darum, wie sich die Wertvorstellungen der Gesellschaft direkt auf das Leben der Grossmutter, Mutter, Schwester und der Tanten, aber auch auf Shafies Alltag ausgewirkt haben. So trägt der Film feinfühlig Erinnerungen und Familiengeschichten zusammen.
City Walls – My Own Private Teheran ist ein Film mit einer ruhigen, souveränen Kameraführung, die ganz nah an den Menschen ist und doch niemals aufdringlich wirkt. Durch den angenehmen Erzählrhythmus, der immer wieder Zeit und Raum zum Verweilen und Verstehen lässt, regt Shafie nicht nur zum Nachdenken an, sondern relativiert auch ein Bild über den Iran, das durch die täglichen politischen Machtspiele und die subjektive Berichterstattung in den Medien entsteht. Die Geschichten der starken Frauen, die aus Liebe zu ihren Kindern Entbehrungen auf sich nehmen und die eigenen Bedürfnisse aufopfern – Geschichten, die sich wohl auf der ganzen Welt ähneln – hallen lange nach.
Wann? 19.02.09 um 20 Uhr Wo? Anklamer Straße 38, 2. Hinterhof, 3. Aufgang, 2. Stock. (Berlin/Mitte)
2 Euro Spende wäre schön.
Der nächste Filmabend ist am Donnerstag, 19.03.09
"Die Ritterinnen"
96 min, 2002, Regie: Barbara Teufel
Sie sind sieben. Links, radikal, anarchistisch. Sie haben eine Vision und wollen die Revolution. Sie wollen alles ohne Männer machen und wohnen in einer Kreuzberger Fabrik, die Ritterhof heißt. Sie sind "Die Ritterinnen". Autobiographische Spiel-Doku-Kombination über eine autonome Frauengruppe in Berlin-Kreuzberg, die am 1. Mai 1987 den Aufstand probt.
"Fine dead girls - schöne tote Mädchen" (Kroatien 2002, 90min, R:Dalibor Matanic)
Die lesbischen Frauen Mare und Iva ziehen in eine neue Wohnung. In dem Haus wohnen etliche bizzare Gestalten: Ein Mann, der seine tote Frau mumifiziert im Lehnstuhl aufbewahrt, ein Gynäkologe, der von illegalen Abtreibungen lebt, Soldaten, Skineheads, Muttersöhnchen. Das Szenario wird zunehmend gewalttätiger und bedrohlicher. Schließlich eskaliert die Situation der HausbewohnerInnen.
und am 26. Februar um 19.00 Uhr mit
"female misbehavior" (BRD/USA 1992, 80 min, R: Monika Treut)
Vier außergwöhnliche Frauen und ihr Geschichten in der S/M Szene, der Pornoindustrie, vom Wechsel der Geschlechter und einem besonderen Feminismus..
Trailer zum Film:
Im Anschluss:
Queer-Café (Frauenlesbentransgender). Immer im Anschluss an den Film, für alle die noch Lust haben über den Film zu reden, das Wetter, die Liebe, das politische Tagesgeschehen oder eben über was ganz anderes. Alle nicht Filmschauerinnen sind ebenfalls willkommen.
WO: KuBiZ, Bernkasteler Straße 78, Berlin-Weissensee (Tram 4,12,13,27)
Im Rahmen des 2. asian hot shots berlin vom 13. bis 18. Januar 2008 im babylon berlin:mitte und der Z-Bar findet die Reihe Queer Asia statt. Das junge asiatische Kino lässt sich auch in Hinblick auf queere Themen nicht auf einen Nenner bringen und wartet auf mit Filmen aus China, Korea, Indonesien, Singapore, Japan und Philippinen.
Das auf (Süd-)Ostasien und Zentralasien reduzierte Spektrum des queer-asiatischen Kinos bietet neben den schwulen Coming-Out Filmen Hatsu-Koi und Roxxxanne von Jun Lana den Dokumentarfilm Women Who Love Women: Conversations in Singapore von Lim Mayling, der die Diskriminierung queer-lesbischer Lebensweisen im sonst eher liberalen Singapore thematisiert.
Unter den Queer Shorts findet sich Auld Lang Syne von Ifa Isfansyah (2007), in dem sich ein zufälliges Wiedersehen eines in die Jahre gekommenen ehemaligen schwulen Pärchens ergibt.
The Consortium for Women and Research and Film Studies at UC Davis are requesting artists' film submissions for the 4th annual Davis Feminist Film Festival. Selected entries will be shown in the festival in Davis,
California on April 16th & 17th, 2009. Films will be chosen based on their artistic quality, as well as their
ability to address social justice and gender issues. Filmmakers and media topics that are independent and/or
typically underrepresented in mainstream media are strongly encouraged to apply.
The deadline for submissions is February 12th, 2009.
The Davis Feminist Film Festival is a grassroots effort of local activists, students, and faculty organized by the Consortium for Women and Research along with Film Studies at UC Davis. This festival celebrates local cultural workers & filmmakers while highlighting the links between local, national, and international social struggle.
NETHERLANDS TRANSGENDER FILM FESTIVAL 2009 (NTGF)
AMSTERDAM, the NETHERLANDS
CALL FOR SUBMISSIONS
T-Image Foundation is the non-profit organisation that produces the NEDERLANDS TRANSGENDER FILMFESTIVAL (NTGF). The 5th edition of the NTGF will be held from May 20-24, 2009 at Cultural Center de Balie in Amsterdam, the Netherlands (www.balie.nl).
NTGF is now accepting submissions of film and video by, about, and of interest to a wide range of transgender people and allies. We would like to encourage artists to submit artistic works that challenge and engage with our societies’ views on gender and other issues that intersect with transgender experiences such as identity, race, nationality or tradition.
DEADLINE
The submission deadline is March 1, 2009. There is NO entry fee.