Queer-O-mat

Hype oder Lösungsansatz? – „Celebrating Intersectionality“

Nachdem auf dem Queer-o-mat soeben bekannt gegeben wurde, dass die Gender Studies in Hannover aufgelöst wurden, kann eine Gegenbewegung wahrgenommen werden, wobei noch zu klären ist, ob es sich um eine Bewegung handelt oder je handeln kann: Intersektionalität wird landab, landauf diskutiert (siehe Gleichzeitge Ungleichheiten, Doing Intersectionality. Über das Recht auf Verschiedenheit und den Umgang mit Differenz) und auch im kommenden Jahr thematisiert. Dabei handelt es sich nicht um ein Konzept, welches die Gender Studies obsolet erscheinen lassen soll, sondern das monolithische Erscheinen der ins Scheinwerferlicht gerückten Kategorie Gender korrigiert. Korrigiert dahingehend, dass Gender nie allein und für sich genommen Gesellschaft organisiert, sondern immer nur in der Verkreuzung zu weiteren Struktur- und Analysekategorien wie Klasse, „Rasse“, Befähigung, Alter und dertausend mehr, was bereits auf ein erstes Grunddilemma verweist. Denn wie kann mensch der Überlappung und Verkreuzung in der Analyse gerecht werden, wenn die Kategorien künstlich aufgespalten und in einer nicht enden wollende Aufzählungslitanei abgespult werden. Bereits da scheiden sich die Geister – was beweisen könnte, dass Trennungen auch produktiv sein können, insofern neben dem Ansatz der Intersektionalität auch der Ansatz der Interdependenz entwickelt wurde (nachzulesen in Gender als interdependente Kategorie). Dieser betont, dass die Kategorien immer integral wirken und in der Betrachtung einer Kategorie in ihrer Multiplität konsequent mitgedacht werden müssen, um Ungleichheiten mehrdimensional zu verstehen.

Wem an dieser Stelle Lust nach mehr ist und wer sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage „Hype oder Lösungsansatz?“ begeben möchte, sollte sich auf einer der folgenden Konferenzen und Veranstaltungen tummeln:

15.01.2009
Beatrice Michaelis und Elahe Haschemi Yekani: „Interdependenzen/Intersektionalität als korrektive Methodologie in den Literatur-/Kulturwissenschaften.”
Workshop am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) – Justus Liebig University Gießen

22. und 23. 01. 2009
Gendering Disability – Behinderung und Geschlecht in Theorie und Praxis

Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Univesität Bremen, AG Disability Studies in Deutschland
Ort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

und wer die Wahl hat die Qual – zum gleichen Termin:

Celebrating Intersectionality? Debates on a multi-faceted Concept in Gender Studies

International Conference
Ort: Goethe-University Frankfurt Campus Westend Room 1.801

18.-20. Juni 2009

Intersectionality – Theorien, Methoden, Empirien
12. Arbeitstagung der Kommission für Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde

Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien
Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, München
Ort: Wien

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