Queer-O-mat

„Evolve or Die“ – Projektutorien von Christiane Hutson im WS 08/09

„Evolve or Die“ post/ koloniale Interdependenzen zwischen Rassifizierungs-, Vergeschlechtlichungs- und Behinderungs-/ Erkrankungsprozessen
Unsere Denk-, Handlungs- und Erfahrungsweisen sind strukturell von Ent- und Erinnerungen an koloniale Gewalt (kolonialen Echos) durchzogen. In diesem Blockseminar möchte ich die Möglichkeit geben darüber nachzudenken, wie und aus welchen gesellschaftlichen Positionen heraus koloniale Gewalt in gegenwärtigen Vorstellungen von ›Rasse‹, ›Geschlecht‹ und ›Gesundheit/ Behinderung/ Krankheit‹ er- oder entinnert wird. Wichtig ist mir dabei zum einen, die unauflöslichen, wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassismus (Gewalt gegen People of Color), Sexismus (Gewalt gegen Transleute, Queers, Lesben, Schwule und Frauen) und Ableism (Gewalt gegen Menschen mit Behinderung/ chronischer Krankheit) sichtbar zu machen. Zum anderen geht es darum, markieren zu können, dass die wechselseitigen Beziehungen zwischen Rassifizierung, Vergeschlechtlichung und Konstruktionen von Krankheit/ Behinderung/ Gesundheit für die Durchsetzung von kolonialer Macht und ihrer gegenwärtigen Echos bedeutungsvoll sind.
Das Blockseminar findet am 7.11- 8.11.2008 + 21.11.-22.11.2008 (Freitags 10- 18 Uhr, Samstags 8 – 16 Uhr) im Seminargebäude Dorotheenstraße 24, Raum 3.007, Humboldt-Universität zu Berlin statt. Bitte meldet euch unter c.hutson(at)web.de an!

„ … und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Vergeschlechtlichende Sozialisationsprozesse innerhalb von Rassismus und Behinderung
„Ich war ein Freak, eine Außenseiterin, die ‘Andere’, und die Welt machte mir sehr deutlich, dass ich ihr eine Erklärung schuldete.“ Mit diesen Worten erinnert sich die handamputierte Jo Anne Rome an ihre Schulzeit. Das Gefühl vermittelt zu bekommen, der Welt eine Erklärung schuldig zu sein, ist eines, dass mich zum einen ein Stück weit an meine Erfahrungen als chronisch kranke Frau erinnert. Als Schwarze Frau erinnert mich das von Rome geschilderte Gefühl aber auch an meine eigenen Erfahrungen mit Alltagsrassismus und beispielsweise der damit einhergehender Forderung, bereitwillig Auskunft über meine Herkunft zu geben. Diese Perspektiven verbindend geht das Blockseminar zwei Fragen nach.
Wie kommt es, dass pädagogische Konzepte und Akteur_innen Erklärungen dieser Art einfordern können, ohne sich als rassistisch und behindernd wahrzunehmen?
Wie können pädagogische Akteur_innen dieser Einforderung widerstehen?
An dieser Stelle werden postkoloniale Theorie und die Disability Studies als kritisches Analyse- und Bewertungsinstrumentarium für pädagogisches Handeln vorgestellt.
Das PT findet an der Universität Bielefeld statt. Termine ab dem 28.11.2008 über das Stud.IP oder unter c.hutson(at)web.de erfragen!

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