Am 21. Januar zeigt der Queer Salon vier kurze Dokumentar- und experimentelle Essayfilme aus jüngster Zeit, die von queerem transnationalem Asiatischsein erzählen. Die Kurzfilme aus Singapur, Kanada, China und den USA werden von Ausschnitten aus Love Man Love Woman (2007), einem Dokumentarfilm über ein dong co-trans Geistermedium in Hanoi, ergänzt. Die Filme thematisieren unter anderem die Verflechtungen von Sexualität mit religiösen und wirtschaftlichen Formen in post-doi moi Vietnam und verschiedenen transnationalen chinesischen Communities.
English
On January 21, the Queer Salon will show a set of recent short documentaries and experimental essays that reflect on queer Asianness across countries and continents. The shorts from Singapore, Canada, China, and the U.S. will be complemented by excerpts from Love Man Love Woman (2007), a documentary about a dong co-trans spirit medium in Hanoi. Among other themes, the films address the imbrications of sexuality with religious and economic forms in post-doi moi Vietnam and in various transnational Chinese communities.
"酷兒沙龍" 將在1月21日放映一系列晚近出品的關於"酷兒亞洲性"的記錄短片與實驗論說片。影片的來源包括了數個國家與地區:有來自新加坡、加拿大、中國、和美國的短片,也會節選放映一部關於河內的 dong co 跨性別媒介的紀錄長片 "愛男愛女"(2007)。此次沙龍所放影片討論了許多主題;其中,後 doi moi 時代的越南、和數個跨國華語社群裡,性別取向與宗教和經濟形式的交疊關係,會是主要重點。
Wo? Werkstatt, Adalbertstr. 71 (Hinterhaus, Tür rechts) (U-Kottbusser Tor)
Wann? Donnerstag, 21.01.2010, 20 Uhr
Weitere Termine: Der Queer-Salon findet jeden 3. Donnerstag im Monat statt.
Montag, 18. Januar 2010
5. Berliner Queer Salon - “Asian Affairs: Queer Asian Film Salon”
Samstag, 3. Oktober 2009
Transphobie bekämpfen! Bloß wie?
Den Auftakt des diesjährigen Wigstöckel Festivals bildete eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Transphobie bekämpfen – lokale Strategien zur Umsetzung geschlechtlicher und sexueller Selbstbestimmung in und außerhalb Europas“ - eine Forderung, die im Zuge zahlreicher Aufrufe Homophobie zu smashen bzw. im Diktum der Priorisierung von Sexualität oft zu kurz kommt. Dabei bezieht sich Homophobie oft auch auf die Transgression von Gender und geschlechtlichen Normvorstellungen, werden schwule Männer auch diskriminiert, leben sie z.B. ihre Männlichkeit different von einer als Norm gesetzten Maskulinität aus oder werden Butches gedisst aufgrund bestimmter Brechungen von Weiblichkeitsnormierungen.
Welchen Strukturen und gesetzlichen Einschränkungen Trans*Menschen ausgesetzt sind, diskutierten 2 Aktivits*innen der Queer Beograd Gruppe, Aykan Safolu von Lambdaistanbul,GLADT und ChaosGL sowie Ammo Recla von ABqueer, um im Anschluss Strategien vor Ort bzw. auf internationaler Ebene zu besprechen.
In der direkten Gegenüberstellung ergaben sich dabei überraschende Einblicke in die Kontexte Serbiens, der Türkei und Deutschlands, so dass sich unterm Strich sagen ließe, dass die Situation überall gleich schlecht ist. Auch wenn sich die medizinische Lage in Serbien komfortabel darstellt und Gesetzeslücken teilweise rechtliche Anerkennung zulassen, ist ein öffentliches Leben als Trans*Person mit Gefahren verbunden, die z.B. Queer Beograd dazu veranlassen, sich im Untergrund zu organisieren. In der Türkei gibt es keine Verbote, aber auch keine Hoffnungen auf die Integration. Mechanismen der Pathologisierung durch die Beweispflicht mittels psychologischer Gutachten als auch der Kriminalisierung von trans*gender Sexarbeiter*innen verhindern einen gesellschaftlichen Diskurs der Anerkennung und Gleichberechtigung. Zudem der ökonomische Druck Gentrifizierungsprozesse hervorruft, die zu Angriffen auf Trans*Menschen führen. In Deutschland wird sich die Situation durch die gescheiterte Reform des veralteten TSGs hinsichtlich des Zwangs geschlechtsanpassender Operationen oder Zwangssterilisationen auch vorerst nicht ändern, so dass die menschenrechtsverletzende Prekarisierung weiter seinen Lauf nimmt.
Auf die Frage nach den Strategien kam mensch überein, dass respektvolle Annäherungen und das gegenseitige Kennenlernen von enormer Wichtigkeit sind, was jedoch nur so lange funktionieren kann, wie es keine Bevormundungen gibt. Internationaler Druck bzw. Druck von der EU kann daher sicherlich Veränderungen auf rechtlicher Ebene bewirken, aber nicht zwingend in den Köpfen und Herzen der Menschen, von denen Diskriminierungen ausgehen. In der Eroberungen ebenjener Köpfe sind gegenseitiges Lernen und lokale Kontextualisierungen Ansätze internationaler Zusammenarbeit - nicht zu vergessen: Sex und Romantik als Mittel gegenseitiger Tuchfühlung. Wer mag, hat heute beim Wigstöckel Festival mit Queer Beograd zu Gast Gelegenheit dazu.
Welchen Strukturen und gesetzlichen Einschränkungen Trans*Menschen ausgesetzt sind, diskutierten 2 Aktivits*innen der Queer Beograd Gruppe, Aykan Safolu von Lambdaistanbul,GLADT und ChaosGL sowie Ammo Recla von ABqueer, um im Anschluss Strategien vor Ort bzw. auf internationaler Ebene zu besprechen.
In der direkten Gegenüberstellung ergaben sich dabei überraschende Einblicke in die Kontexte Serbiens, der Türkei und Deutschlands, so dass sich unterm Strich sagen ließe, dass die Situation überall gleich schlecht ist. Auch wenn sich die medizinische Lage in Serbien komfortabel darstellt und Gesetzeslücken teilweise rechtliche Anerkennung zulassen, ist ein öffentliches Leben als Trans*Person mit Gefahren verbunden, die z.B. Queer Beograd dazu veranlassen, sich im Untergrund zu organisieren. In der Türkei gibt es keine Verbote, aber auch keine Hoffnungen auf die Integration. Mechanismen der Pathologisierung durch die Beweispflicht mittels psychologischer Gutachten als auch der Kriminalisierung von trans*gender Sexarbeiter*innen verhindern einen gesellschaftlichen Diskurs der Anerkennung und Gleichberechtigung. Zudem der ökonomische Druck Gentrifizierungsprozesse hervorruft, die zu Angriffen auf Trans*Menschen führen. In Deutschland wird sich die Situation durch die gescheiterte Reform des veralteten TSGs hinsichtlich des Zwangs geschlechtsanpassender Operationen oder Zwangssterilisationen auch vorerst nicht ändern, so dass die menschenrechtsverletzende Prekarisierung weiter seinen Lauf nimmt.
Auf die Frage nach den Strategien kam mensch überein, dass respektvolle Annäherungen und das gegenseitige Kennenlernen von enormer Wichtigkeit sind, was jedoch nur so lange funktionieren kann, wie es keine Bevormundungen gibt. Internationaler Druck bzw. Druck von der EU kann daher sicherlich Veränderungen auf rechtlicher Ebene bewirken, aber nicht zwingend in den Köpfen und Herzen der Menschen, von denen Diskriminierungen ausgehen. In der Eroberungen ebenjener Köpfe sind gegenseitiges Lernen und lokale Kontextualisierungen Ansätze internationaler Zusammenarbeit - nicht zu vergessen: Sex und Romantik als Mittel gegenseitiger Tuchfühlung. Wer mag, hat heute beim Wigstöckel Festival mit Queer Beograd zu Gast Gelegenheit dazu.
Dienstag, 28. Juli 2009
Verbot von Homosexualität in Indien abgeschafft - ein Relikt der Kolonialzeit
Wenn nun auch nicht mehr auf der Höhe der tagespolitischen Neuigkeiten, möchten wir nicht verpassen, der Bekanntgabe Raum zu geben, dass das Verbot von Homosexualität in Indien per offiziellen Richterspruch abgeschafft wurde.
Interessant bei der Verlautbarung war die Information, dass dieses Verbot erst seit der Kolonialzeit fest in der indischen Verfassung verankert war. Somit ließe sich fragen, wie es sich vor der Kolonisierung durch Britannien in Indien verhielt. Zudem die gesellschaftliche Anerkennung der Hijaras (Zwischengeschlechter), zumindest in den Riten neugeborener Kinder, auf einen anderen denn prohibitiven Umgang mit sexueller Identität und sexueller Orientierung schließen lasse, erinnere ich mich außerdem an den sehr offenen Umgang homosozialer Praktiken unter Männern während unserer Indienreise. Folgt mensch der These Georg Klaudas, dass Homosexualität eine westliche Konstruktion ist, die gemäß imperialer Streif- und Eroberungszüge zur Heteronormalisierung des "Orients" beitrug, ließe sich in Bezug auf Indien vermerken, dass durch das Kolonialregime Homosexualität als Diskurs eingeführt wurde, um diesen augenblicklich zu sanktionieren. Die Kriminalisierung des homosexuellen Subjekts war geboren und bestrafte ab sofort gleichgeschlechtliche aber auch gegengeschlechtliche sexuelle Handlungen, die nicht "durch eine direkte Verbindung von Penis und Vagina vorgenommen werden". Die gesetzliche Rahmung heteronormativer Standards setzte jedoch vornehmlich Homosexuelle unter Druck, so dass seit geraumer Zeit Voices against 377 für die Abschaffung kämpfte. Eine Abschaffung, die letzlich seit der Unabhängigkeit Indiens hätte realisiert werden können, handelte es sich um ein Kolonialgesetz. Dem stand in den letzten Jahren lange die hindunationalistische Bharatiya Janata Party im Weg - eine Partei, die sich vielerlei nationaler Ideologien annahm und deren inhärente Homophobie internalisierte. Ebenjener nationalistische Kontext entstand aus der Kolonisation heraus, da eine Nation für den Befreiungskampf heraufbeschworen werden musste, die es so vorher nicht gab.
Bei der Pluralität der indischen Geschichte können diese Zeilen nur sehr verkürzt erscheinen, so dass es interessant wäre, eingehender das Verhältnis zu "Homosexualität" und Heteronormativität in vorkolonialer Zeit zu thematisieren.
Zum Weiterlesen:
http://www.urmila.de/UDG/Biblio/iz3w05.html
http://www.suedasien.info/analysen/686
Zum Schauen:
Between the Lines
Fire
Zum Empfehlen:
Gayatri Gopinath (2005): Impossible Desires. Queer Diasporas and South Asian Public Cultures.
-> geht auf das Verhältnis von Nation und Diaspora und der Bedeutung des queeren Begehrens für die Narration von Nation ein!
Interessant bei der Verlautbarung war die Information, dass dieses Verbot erst seit der Kolonialzeit fest in der indischen Verfassung verankert war. Somit ließe sich fragen, wie es sich vor der Kolonisierung durch Britannien in Indien verhielt. Zudem die gesellschaftliche Anerkennung der Hijaras (Zwischengeschlechter), zumindest in den Riten neugeborener Kinder, auf einen anderen denn prohibitiven Umgang mit sexueller Identität und sexueller Orientierung schließen lasse, erinnere ich mich außerdem an den sehr offenen Umgang homosozialer Praktiken unter Männern während unserer Indienreise. Folgt mensch der These Georg Klaudas, dass Homosexualität eine westliche Konstruktion ist, die gemäß imperialer Streif- und Eroberungszüge zur Heteronormalisierung des "Orients" beitrug, ließe sich in Bezug auf Indien vermerken, dass durch das Kolonialregime Homosexualität als Diskurs eingeführt wurde, um diesen augenblicklich zu sanktionieren. Die Kriminalisierung des homosexuellen Subjekts war geboren und bestrafte ab sofort gleichgeschlechtliche aber auch gegengeschlechtliche sexuelle Handlungen, die nicht "durch eine direkte Verbindung von Penis und Vagina vorgenommen werden". Die gesetzliche Rahmung heteronormativer Standards setzte jedoch vornehmlich Homosexuelle unter Druck, so dass seit geraumer Zeit Voices against 377 für die Abschaffung kämpfte. Eine Abschaffung, die letzlich seit der Unabhängigkeit Indiens hätte realisiert werden können, handelte es sich um ein Kolonialgesetz. Dem stand in den letzten Jahren lange die hindunationalistische Bharatiya Janata Party im Weg - eine Partei, die sich vielerlei nationaler Ideologien annahm und deren inhärente Homophobie internalisierte. Ebenjener nationalistische Kontext entstand aus der Kolonisation heraus, da eine Nation für den Befreiungskampf heraufbeschworen werden musste, die es so vorher nicht gab.
Bei der Pluralität der indischen Geschichte können diese Zeilen nur sehr verkürzt erscheinen, so dass es interessant wäre, eingehender das Verhältnis zu "Homosexualität" und Heteronormativität in vorkolonialer Zeit zu thematisieren.
Zum Weiterlesen:
http://www.urmila.de/UDG/Biblio/iz3w05.html
http://www.suedasien.info/analysen/686
Zum Schauen:
Between the Lines
Fire
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Gayatri Gopinath (2005): Impossible Desires. Queer Diasporas and South Asian Public Cultures.
-> geht auf das Verhältnis von Nation und Diaspora und der Bedeutung des queeren Begehrens für die Narration von Nation ein!
Geschrieben von queer-o-mat
in Asien
um
21:45
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Tags für diesen Artikel: heteronormativität, homosexualität, indien, lesben, postkoloniale theorie, schwule
Samstag, 28. März 2009
SO36 in Gefahr - Save queer space!
Das SO36 als ein Zentrum für Kultur und queere Subkultur und Ausbildungsstätte für 6 Azubis braucht im 30. Jahr seines Bestehens dringend Unterstützung! Ein harmloser nachbarschaftlicher Streit führte zuletzt dazu, dass das SO36 in die Lärmschutz-Schusslinie geraten ist. Der einzige Ausweg scheint derzeit die Errichtung einer Lärmschutzmauer zu sein - eine Investition, die über das Budget des Vereins weit hinausgeht, so dass das Ende droht.
Es sollte Aufgabe des Bezirkes und der Stadt sein, nicht nur für Großprojekte wie die O2-Arena eine ganze Lärm-Sonderverordnung zu erlassen, sondern auch erforderliche Mittel bereitzustellen, um eine Berliner Institution am Leben zu erhalten.
Daher die Aufforderung, Druck zu machen und den Menschen an den Schalthebeln euern Protest zu zeigen.
Auf der Homepage dazu alle erforderlichen Hintergünde und Mailadressen:
www.so36.de
E-Mail-Vordruck: http://www.so36.de/sobleibt.htm
Es sollte Aufgabe des Bezirkes und der Stadt sein, nicht nur für Großprojekte wie die O2-Arena eine ganze Lärm-Sonderverordnung zu erlassen, sondern auch erforderliche Mittel bereitzustellen, um eine Berliner Institution am Leben zu erhalten.
Daher die Aufforderung, Druck zu machen und den Menschen an den Schalthebeln euern Protest zu zeigen.
Auf der Homepage dazu alle erforderlichen Hintergünde und Mailadressen:
www.so36.de
E-Mail-Vordruck: http://www.so36.de/sobleibt.htm
Dienstag, 23. Dezember 2008
Heteronormalisierung in Kalifornien: 18000 "Homo-Ehen" sollen rückwirkend aufgelöst werden
Schlimm genug, dass die religiös motivierten Gegner_innen der homosexuellen Ehe im Zuge der Wahlnacht Obamas ein Volksbegehren erfolgreich durchsetzen konnten, was die Gleichstellung in Kalifornien künftig verhindert. Nun fordern sie, dass alle bis dahin geschlossenen Ehen für nichtig erklärt werden sollen. Die heteronormative Zurichtung der institutionalisierten Lebensform "Ehe" soll nach Auffassung der Gegner_innen per Verfassungsänderung zementiert werden und zur rückwirkenden Auflösung der 18000 geschlossenen Bündnisse führen. Das würde unter der Vorannahme der Konstruiertheit von Geschlecht bedeuten, dass der vorgeschlagene Passus "die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau" dazu führt, dass alle Ehen Kaliforniens aufgelöst werden, weil ja niemensch der Konstruktion des einen Mannes und der einen Frau entspricht und keine Ehe dem Diktum folgen kann. Na sowas. Wär ja mal Gleichstellung.
Aber um bei den bitteren Fakten zu bleiben, ist zu hoffen, dass die laufenden Verfahren, die die Verfassungswidrigkeit des Volksbegehrens behandeln, der konservativ-diskriminierenden Tendenz in Kalifornien ein Ende setzen.
Dranbleiben lohnt sich...
Aber um bei den bitteren Fakten zu bleiben, ist zu hoffen, dass die laufenden Verfahren, die die Verfassungswidrigkeit des Volksbegehrens behandeln, der konservativ-diskriminierenden Tendenz in Kalifornien ein Ende setzen.
Dranbleiben lohnt sich...
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